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Jedes Jahr das gleiche Spiel

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„Für Sauftouristen ist auf unserer Insel kein Platz mehr“, sagt Regierungssprecher Iago Negueruela. „Wir wollen den Ballermann komplett renovieren. Wir wollen keine Leute mehr sehen, die sich auf der Straße betrinken.“ Die derzeitige Inselregierung habe sich das Ende des Party-Rummels von Anfang an auf die Fahnen geschrieben.

Unterstützt wird die Politik von Hoteliers und Restaurant-Inhabern der Gegend, die sich zur Qualitätsoffensive „Palma Beach“ zusammengeschlossen haben. Meist handelt es sich dabei um Anbieter im Luxussektor. „Das Hotel- und Gastrowesen hat an der Playa de Palma viel Geld investiert, um einen qualitativ hochwertigen Tourismus anbieten zu können. Das wird durch die bierseligen Partygänger gefährdet“, sagt Negueruela.

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Jedes Jahr dieselbe Sau

Ja ja, ist schon klar. Jedes Jahr und pünktlich zu Saisonbeginn auf der Insel kann man die Uhr danach stellen: Jedesmal aufs Neue heisst es, dass der „Massentourismus (sofern aktuell möglich) nicht mehr erwünscht ist und der dumm-deutsche Ballermann-Tourist schon dreimal nicht. Diese – sorry – Sau, wird jedes Jahr durchs Dorf gejagt. Und es sind auch jedesmal dieselben Stimmen die aufrufen und ihre Slogans medial zur Schau stellen. „Wir bringen das Licht und die Saufurlauber den Schatten“, so als Beispiel die Aussage eines Gründungsmitglieds der Qualitätsoffensive „Palma Beach“, welche ihr Vorhaben als “ Förderung des Qualitätstourismus“ bezeichnen.

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Die Menschen brauchen Gemeinschaft

In einer Zeit, in der die Welt eh verrückt spielt, in einer Zeit, in welcher Spaltungen und zunehmende soziale Kälte spürbar sind, braucht es kein Touristen-Bashing, sondern es braucht Gemeinschaftssinn. Der Mensch, in all seinen Zwängen, seinem Muster, seinem Hamsterrad, sehnt sich nach einem Gemeinschaftsgefühl, nach einer Zugehörigkeit und einem Ausbruch aus dem Alltäglichen. Und nirgends findet eben die Befriedigung dieser Sehnsucht stärker statt, als an der Playa und am „Ballermann“. Punkt!

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Der Sangria-Eimer – Phänomen einer Gemeinschaft

Schauen wir doch mal darauf, was den „Ballermann“ und die Zusammengehörigkeit ausmacht. Die Symbolik der Gemeinsamkeit zeigte sich ja schon, als man Sangria noch aus dem 5 Liter Eimer und bunten Strohhalmen auf der Mauer oder am Strand getrunken hat. Die Botschaft: „Man trinkt nicht alleine“. Du bist nicht alleine,..komm her, wir feiern gemeinsam.“ Profan oder nicht, der Eimer stand für die Herstellung einer Fest- und Partygemeinschaft. In den bekannten großen Tempeln der guten Laune wurde dies praktiziert. Da standen die 5 Liter-Karaffen aus Ton auf dem Tisch, viele Strohhalme und gemeinsam wurde getrunken. Und wenn dann noch zur Stärkung dieser Gemeinschaft ein gewisser Herr Däpp besungen wurde, 5.000 Menschen ihre Hände nach oben reckten und ein ganzer Laden in das Lied einstimmte, dann war das Alltäglich ganz weit weg. Und das, schafft wohl nur dieser winzig kleine Fleck auf der Karte Mallorcas.

Mallorca ohne Tourismus? Nada

Die Probleme der Insel liegen nicht an den 500 Metern des Frohsinns. Es ist einfach fahrlässig, dass sich die Inselpolitiker und die „Qualitätsbewegungen“ jedes Jahr aufs Neue einzig und alleine an diesem Thema abarbeiten. Denn Mallorca hat definitiv größere Probleme.

Es geistert die Zahl von 45% in den Medien, die aussagen, dass dies der Anteil am Touristen-Income ist. Tatsächlich dürfte die Insel zu rund 80 Prozent vom Tourismus und seinen unzähligen Unterbranchen leben. Wir lieben Mallorca als Ort und Fleckchen Erde und deren Einwohner viel zu sehr, als dass wir jetzt sagen würden was denn die Insel ohne den Tourismus wäre. Aber ein Versuch ist es wert: Eine ökonomische Brachlandschaft! Sorry. Abgesehen von ein paar Oliven, Orangen und Lederwaren produziert Mallorca nichts, nada, niente.

Life-Style und Nobelurlaub als Problem

Die Probleme der Insel sind nicht die Spaß- und Pauschalurlauber, die einfach mal ein paar Tage in der Sonne sein- und besagtes Gemeinschaftsgefühl erleben wollen, sondern sie sind vielfältig. In erster Linie ist es das Problem der Mallorquiner und Inselresidenten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Ein wirkliches Problem ohne großartige Beachtung. Und für dieses Problem sind nicht die „Spaßtouristen“ an der Playa verantwortlich zu machen, sondern Mallorcas Ausrichtung hin zu „Life-Style und Nobel-Urlauber“. Denn das kleine, sandfarbige Häuschen in den kleinen hübschen Gassen Denias geht halt lieber für 2.000 EUR die Woche an den Schicki-Micki-Touristen, statt für 900 EUR im Monat dauerhaft an den Mallorquiner samt seiner kleinen Familie. Und genauso verhält es sich auch in der Stadt Palmas selbst sowie in fast jedem Dörfchen Mallorcas.

Das sind die wahren Probleme. Von daher bleibt es für uns klar: „Wir sind wieder am Start“. Wir kommen wieder in diesem Jahr, an unsere Playa, an den Ballermann. Macht was ihr wollt. Spätestens zum Opening der Stürmer Arena stehen wir da und recken die Arme nach oben. Prost zusammen!

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