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Meinung!

Ihr seid zu spät. Danke für nichts

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Ein persönlicher Beitrag vom Mallorca247-Redakteur Massimo.
3 Hände auf Weltkarte
Bildquelle: Capri23auto auf Pixabay

Francina Armengol, die Ministerpräsidentin der Balearen, forderte am Montag in einem flammenden Appell die Zentralregierung in Madrid auf, sich für die Frauen und Kindern in Afghanistan einzusetzen und diese aufzunehmen. Weiter erklärte sie unter dem Eindruck der erschütternden Bilder: „Das bricht einem das Herz“. „Es bedürfe nun internationaler Solidarität um die Menschen in Sicherheit zu bringen“ so weitere Regierungvertreter der Balearen-Regierung. Dieser Wunsch findet meine volle Unterstützung, wenn es da nicht einen kleinen Haken gäbe:

Super Experten

Nun ist es ja mit der Solidarität und der Geschlossenheit innerhalb der EU so eine Sache. Und auch mit dem Expertenwissen um die tatsächliche Lage in Afghanistan ist es so eine Sache. „Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen“ – sagte gestern noch Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet in den Tagesthemen. Danke und setzen 6 Herr Laschet! Was er meint, waren die Flüchtlingsbewegungen 2015 in welcher es unkontrollierten Zustrom nach Europa gab.

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Die Menschen sitzen in der Falle

Ich darf Laschet & Co. beruhigen und muss Frau Armengol für ihren verständlichen Wunsch nach Aufnahme dieser Menschen enttäuschen: Die Menschen aus Afghanistan werden es nicht mehr nach Europa schaffen. Sie sitzen unter der Herrschaft der Taliban in der sprichwörtlichen Falle. Sämtliche Grenzen sind absolut dicht und werden massiv bewacht. Sowohl die Landesgrenzen, als auch die Städtegrenzen, aus denen flüchtende Menschen es ersteinmal bis zu den Landesgrenzen hin schaffen müssten. Es wird keine Flüchtlingsströme geben, weil dies – leider – unmöglich ist. Punkt!

Der sichere Tod

Es blieb einzig und alleine noch der Flughafen in Kabul. Und dorthin machten sich auch tausende von Menschen. Die meisten von ihnen mit der Aussicht auf den sicheren Tod durch die Taliban, da man sich westlich zeigte, weil man die internationalen Einsatzkräfte unterstützte, weil man Demokratie wollte und nicht zuletzt, weil man einfach nur eine nichtverschleierte, weltoffene Frau“ ist. Diese Menschen bekamen 20 Jahre lang Zusagen. Zusagen, sie bei Gefahr zu schützen, an sichere Plätze zu bringen. Danke Welt,..leider zu spät!

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Haupsache debattieren

Und nun hängen sich diese Menschen an Flugzeuge. An rollende und startende Flugzeuge. Denn am Boden wäre der Tod sicherer, als sich bis zur Landung am Flieger halten zu können. Wie groß muss die Angst sein, um sich dem auszusetzen?

Wie können wir das verantworten, mitansehen, ertragen?! Wie kann die Politik ernsthaft debattieren, stunden-, tage-, monatelang, ob wir Flüchtende aus Afghanistan anerkennen, ob wir Hilfe schicken sollten und alles Erdenkliche tun? Wie können wir hier sitzen und uns Aufnahmen fallender Menschen aus Flugzeugen anschauen?

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Zu spät

Und nun, wo es wiedereinmal zu spät ist, ist das Erstaunen groß. Die einen fordern humanitäre Hilfe vor Ort in Afghanistan (Viel Glück, dieses Angebot den Taliban zu unterbreiten), andere wiederum, die todesgefährdeten Menschen so schnell als möglich zu uns nach Europa zu lassen (Geht nun leider nicht mehr). Es ist einfach zu spät! Und um es klar zu sagen: Ich bin kein Außenminister. Ich bin auch kein Nah-Ost-Experte. Ich muss auch nicht detailliert wissen, wie sich wer und wann genau in den letzten Jahren und Monaten zu dem Thema äußerte, um eine eigene Haltung zu entwickeln.

Das einzige, was man braucht, ist Empathie und einen letzt Rest Menschlichkeit. Und wenn wir dann auch noch mal etwas genauer hinschauen, was verantwortliche Regierungsmitglieder aller Nationen in den letzten Stunden, Tagen, Monaten sagten und beschlossen, sollten wir zu zwei Erkenntnissen kommen:

1. ich werde wählen gehen
2. Ich werde meine Stimme nicht an BlaBla-Fuc..ing-Bullshit oder die Ungültigkeit verschenken.

Ich brauche keine Wahlplakate. Ich brauche keine Versprechungen. Ich brauche eine menschenwürdige Politik. Hier, in Europa, weltweit! Und nun darf es nach dieser schweren Kost trotzallem ein San Miguel an der Mauer sein. Davon wird es nicht besser aber auch nicht schlimmer, sofern es noch schlimmer ginge.

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