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Gerhard Scheuch: Die Politik muss auf die Wissenschaft hören

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Aktuelle Maßnahmen

Seit Wochen schlängelt sich Deutschland von Lockdown zu Lockdown, von Maßnahme zu Maßnahme und kommt aus der Abwärtsspirale nicht mehr wirklich raus. Was davon ist aber überhaupt richtig und wo könnte man längst gelockert haben?

In Teil 3 unserer Wochenserie klärt Aerosol Experte Gerhard Scheuch auf, worauf ihr unbedingt achten solltet und wo Aerosole besonders gefährlich sind.

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Wo kann man sich dann wirklich anstecken, bzw. wo muss man die meiste Angst haben?

Wir hatten gerade heute einen Workshop von der Gesellschaft für Aerosolforschung und den Virologen und Kleumologen. Da haben wir das Problem thematisiert, dass man sich anstecken kann ohne das man jemandem begegnet. Heißt wenn ein Infizierter in einem engen Raum gewesen ist und da seine Viren reingeatmet hat, dann kann Minuten später jemand rein kommen und steckt sich an.

Es ist beispielsweise protokolliert, dass sich in einem Fahrstuhl in Frankfurt 71 Leute angesteckt haben, weil vorher einer in dem Aufzug gewesen ist, der Infiziert war. Danach haben sich reihenweise die Leute angesteckt, obwohl gleichzeitig gar kein Infizierter im Fahrstuhl gewesen ist. Die Aerosolwolke hält sich halt sehr lange. Das ist das große Problem. Und das ist der Unterschied zu draußen, zum Freien. Im Freien steht so eine Aerosol-Wolke nicht.

Stellen Sie sich mal vor Sie machen einen Zug an einer Zigarette. Pusten den im Freien aus. Dann riechen Sie innerhalb von 25 Sekunden an dieser Stelle nichts mehr. Innen ist das ganz anders. Wenn Sie da eine Stunde später in dem Raum kommen, wo zuvor jemand geraucht hatte, dann riechen Sie das immer noch. Das ist dann das Aerosol was da lange in den Innenräumen steht.

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Ich als Laie muss ja zugeben, dass ich nicht wirklich viel Ahnung von dem Thema habe. Wie hat sich Ihr Wissensstand dazu im letzten Jahr verändert?

Aber jetzt mal ganz ehrlich, dass ging uns allen so. Ich muss sagen ich beobachte dieses Geschehen natürlich aus der Sicht eines Aerosolforschers schon seit März 2020. Und seitdem habe ich den Verdacht gehabt, es könnten Aerosole schuld sein.

Damals hieß es ja noch Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen. Da haben wir uns die Hände gewaschen wie verrückt und überall wurden Desinfektionsspender aufgebaut und Sportgeräte desinfiziert bevor oder nachdem Sie genutzt worden sind. Lauter so ein Blödsinn. Aber das wussten wir zum damaligen Zeitpunkt einfach nicht besser. Nach und nach kam dann die Erkentniss, wie so ein Puzzle das sich zusammen gesetzt hat, dass Ansteckungen fast ausschließlich in Innenräumen stattfinden. Da hab ich gedacht, nanu was ist das denn. Wenn man sich anspuckt kann das auch draußen passieren.

Es ist eben nicht das Anspucken, es sind diese kleinen Aerosol Partikel die man Ausatmet, die sich dann natürlich verteilen können, das passiert im Innenraum. Dann hat man herausgefunden, wo sich die Viren in den Atemwegen eigentlich vermehren. Das passte auch wieder zur Idee, dass kann doch nur durch Aerosole da hin kommen. Und so bildete sich ein Puzzle nach und nach und jetzt wird das so langsam klar, was da so ist. Leider sind die Maßnahmen der Politik noch nicht soweit, dass Sie diese Punkte umsetzen. Da könnten wir rein vom wissenschaftlichen Stand her schon viel weiter sein.

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Danke für den Einblick!

Lieber Herr Scheuch, vielen Dank für diesen Einblick in die Welt der Aerosol Forschung, wirklich interessant, die Entwicklung mal nachvollziehen zu dürfen. Morgen erklärt uns Aerosol Experte Gerhard Scheuch im letzten Teil unserer Wochenserie, warum Bierstraße und Megapark grundsätzlich öffnen könnten.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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