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Et Dömsche: Hoch zum Himmel und ab zur Hölle binnen 12 Tage

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Et Dömsche! DER zentrale Anlaufpunkt für Geselligkeit, kölsche Lebensart und Frohsinn. Offizielle Adresse: Calle Miguel Pellisa 3. Oder für alle bekannt: Bierstraße 3.

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Die schönste Kneipe der Welt. Hier bleibt keiner alleine

Auf der großen Terrasse des Dömsche trinkt man Reissdorf, quatscht, singt und wie das auch in Köln so ist, bleibt hier niemand lange alleine.

Die Musikbeschallung (deutsche und kölsche Schlager) erfolgt zentral und jeden Abend um 23 Uhr gehen die Lichter aus und die Wunderkerzen an: Es ist Zeit für Sierra Madre – und alle stimmen mit ein ins Lied. Gänsehaut garantiert! Lies auch: „Von den Anfängen des „Ballermanns“ zur Petition auf Öffnung der Bierstraße“

Übrigens:

Die Bier- hat nichts mit der nahen Schinkenstraße zu tun, die ihren Fokus auf Massenbetrieb setzt. Das war schon für Uli Rohkst, dem Gründer des Et Dömsche ein No-Go: „Bei uns ist’s gemütlicher und echt, nicht aufgesetzt fröhlich“ so Ulis Credo.

Stimmt – man kann sich sogar im dicksten Trubel noch unterhalten. Und mitsingen, etwa auch bei der Dömsche-Hymne, in der in gelebter kölscher Bescheidenheit von der „schönsten Kneip’ der Welt“ gesungen wird. Es könnte so schön sein.

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Das Katastrophenjahr beginnt

Doch dieses Jahr ist alles anders. Anfang Februar 2020 kam Uli ins Krankenhaus und am 25. März diesen Jahres schloss er die Augen für immer. Als sein Sohn Max auf der Facebook-Seite vom Et Dömsche den Tod seines Vaters verkündete, trauerte die Playa.

Nachbarn, Ballermann-Künstler, Freunde und auch Konkurrenten kondolierten. Ein ehemaliger Angestellter schreibt: „Ich hoffe, nachdem Du Reissdorf an die Playa geholt hast, dass du es jetzt auch im Himmel ausschenkst. Du wirst an der Playa fehlen aber sicher wird die Playa dich nie vergessen“.

Nun lenkt Max die Geschicke des Et Dömsche. Und dies in einem Jahr, das für Gastronomen nicht schlimmer hätte kommen können. Die Corona-Krise war da. Mallorca247 traf Max zum Interview.

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Ein Gespräch über Sorgen, Ärger und Existenzängste

„Max, der Tod deines Vaters, der Lockdown auf Mallorca, die Öffnung des Dömsche, die erneute Schließung der Bierstraße für 2 Monate. Wenn du auf die letzten Monate zurückblickst, was geht dir da durch den Kopf“

„Da fehlen mir fast die Worte. Es ist eine Mischung aus Chaos und Alptraum. Du sitzt hier und denkst: „Falscher Film. Das darf alles nicht wahr sein. Wie soll es weiter gehen, geht es überhaupt weiter und wenn ja wie. Irgendwie ist das Ganze nicht richtig in Worte zu fassen. Fast wie eine ohnmächtige Wut“

„Hattest du in dieser Zeit das Gefühl: Ich schaffe das alles nicht. Ich schmeisse hin?“

„Nein, gar nicht, trotz des Chaoses. Wir hatten im Winter ja noch auf. Dann kam Corona. Und am 15. März mussten wir das Dömsche komplett schließen. In dieser Zeit war mein Vater ja schon in der Klinik und wenige Tage darauf ist er leider verstorben.

Das Dömsche war zu, und ich habe gedacht: „Ok, jetzt bist du gefordert“. Es muss weiter gehen. Es ist eine Herausforderung. Ärmel hoch…jetzt geht es los. Irgendwann muss der Lockdown ja mal vorbei sein und dann geben wir Gas“

„Wie hast du die Zeit des Lockdown genutzt?“

„Es war klar, dass es an die Gastronomie besondere Herausforderungen geben wird. Wir hatten während der Schließung viel Zeit und auch Geld investiert um im Vorfeld schon Hygieneschutzmaßnahmen zu entwickeln und im Laden umzusetzen.

Nebenbei musste ich mich auch um die Anträge der Mitarbeiter kümmern, damit sie das Kurzarbeitergeld oder ERTE, wie es hier heisst, zu erhalten. Hier muss ich sagen, dass ein großer Teil der Mitarbeiter bis heute keinen einzigen Cent gesehen hat.

Da wurden Formulare immer wieder willkürlich geändert und falsch abgelegt. Dann fehlte aus Sicht der Behörde mal dies, dann mal das. Eine wirkliche Sauerei muss ich sagen. Von Unterstützung oder Hilfe keine Spur. Und wir als Unternehmer, haben da schon gar nichts zu erwarten. Da wirst du komplett alleine gelassen“

„Heisst das, dass du Existenzängste verspürst?“

„Keine richtigen Existenzängste. Ich bin jung, ich versuche positiv zu denken. Aber es werden einem viele Hindernisse und Kämpfe aufgezwungen. Wir haben über 10 Jahre gute Geschäfte aufgebaut. Haben mit dem Hostal und dem Dömsche gute Immobilien mit guten Werten.

Aber wehe, du willst auf Grund der Krisensituation nun von der Bank einen Kredit. Vergiss es. Da heisst es, dass das Geschäft noch unter der Handelsregisternummer meines Vaters läuft und diese erst umgeschrieben werden muss. Alles Verzögert sich und nichts geht hier voran.

Die Liquidität bewegt sich gen Null, du kannst keinen Umsatz machen, geschweige denn, die Bank gibt dir trotz der Sicherheiten im Rücken einen Kredit um die Liquidität aufrechtzuerhalten“

„Dann der Tag, als ihr wieder öffnen durfte. Doch leider nicht lange. Kannst du diese Situation beschreiben?“

„Wir waren so froh, dass wir am 03.07 wieder öffnen durften. Die Touristen kamen zur Insel und auch das Dömsche füllte sich. Es war unbeschreiblich toll. Endlich wieder gastronomisch tätig werden, endlich wieder Gäste auf der Terrasse.

Wir mussten da im Vorfeld auch nochmal viel Geld investieren. Sämtliche Waren, die wir noch vor dem Lockdown gekauft hatten, konnte man ja nicht mehr verwenden. Also hieß es Waren einkaufen in großen Mengen.

Und das schönste war: Endlich konnten meine Mitarbeiter wieder Geld verdienen. Was dann passierte kennt jeder: Nach dem besagten Freitag, dem11.07., dauerte es 4 Tage, bis wir von Behördenseite wieder schließen mussten. Und das jetzt wieder für 2 Monate. Horror“

„Wie hast du den besagten Freitag auf der Bierstraße erlebt?“

Ich denke, da ist schon alles gesagt. Die Schließung ist pure Willkür. Das wir überhaupt schließen mussten, haben ja selbst wir nur aus der Presse erfahren. Unfassbar.

Da kam niemand vorbei und hat sich das individuell angeschaut. Wir haben sämtliche Auflagen erfüllt. Alles gemacht, dass sich unsere Gäste an die notwendigen Maßnahmen halten können. Warum hat sich das keine Behörde angeschaut?

Da wird dann pauschal die ganze Bierstraße dicht gemacht. Wir haben mitunter bis zu 40 Mitarbeiter, darunter auch viele Mallorquiner. Die musste ich jetzt erneut alle nach Hause schicken. Es ist wirklich eine Katastrophe. Die Regierung beschließt was, um ein Zeichen zur deutschen Politik zu senden und sie scheren sich nicht drum, wie wir hier zurechtkommen.

Da gibt es keinen Ersatz für irgendwas. Das grenzt an Illegalität“

„Was denkst du Max, wie es weiter geht. Werdet ihr die kompletten 2 Monate tatsächlich zu haben müssen. Oder wird eventuell eure Klage dagegen Erfolg haben?“

„Ernsthaft?! Ich glaube, dass wir auch nach den 2 Monaten nicht öffnen werden.

Ein positives Ergebnis bezüglich der Klage ist nicht zu erwarten. Ich möchte niemanden verunsichern, aber ich persönlich glaube daran, dass man uns Seitens der Regierung noch genügend andere Steine in den Weg legen wird. Ich glaube, dass es das war mit diesem Jahr.

Die Regierung hat deutlich gemacht, dass wir und der sogenannte „Sauftourismus“ nicht gewünscht sind. Was für ein Unfug. Aber wir werden kämpfen. Was nächstes Jahr ist: Keine Ahnung. Aber wir bleiben optimistisch. Dieses Jahr jedoch werden wir abhaken, so glaube ich es zumindest“

„Lieber Max, wir danken dir sehr für dieses offene Gespräch und hoffen, dass du unrecht hast. Denn, wir drücken alle Daumen, dass es ab Mitte September wieder heisst: „Noch einen Kranz Reissdorf bitte“

Bildquelle: Facebook

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