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300 Kilometer bis „Malle“

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Die Anzahl der Flüchtlinge, die auf Mallorca ankommen war noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Wird Mallorca jetzt zum neuen "Flüchtlingshotspot?"
Symbolfoto
Bildquelle: Pixabay

„Menschenschlepper“ verdienen gut. Rund 3.500 Euro lassen sie sich pro Person bezahlen von Menschen, die in ihrer Heimat keine Hoffnung mehr sehen, die verzweifelt sind. Europa wäre das gelobte Land. Und so brechen sie auf am nordalgerischen Küstenort Cap Djinet. Eingepfercht sitzen 17 Passagiere in einem Boot, das maximal 10 Personen fassen würde. Die Menschenschlepper versprechen, dass man in 48 Stunden Mallorca erreiche.

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300 Kilometer Horror

Wenn es bei der Abfahrt noch windstill war, dass Meer ruhig, so wird die 300 Kilometer lange Fahrt übers Mittelmeer zum Horrortrip. Sturm und Wellen kommen auf, dass Vorwärtskommen kaum zu schaffen. Statt 48 Stunden kommt erst nach einer Woche die Küste Mallorcas in Sicht. Noch 15 Kilometer, die Miniinsel Cabrera vor Mallorca ist in Sicht als das Boot kentert und sinkt. Die Besatzung einer Yacht vor Cabrera bekommt dies mit, versucht zu helfen und alarmiert den Seenotdienst. Von 17 Menschen können 14 lebend aus dem Wasser gezogen werden. Drei Algerier werden vom Meer verschluckt.

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800 Menschen vom Meer verschluckt

Zeitgleich bricht ein weiteres Boot an Algeriens Küste auf. Doch dieses Boot verschwindet komplett auf dem Weg nach Europa. Wieviele Menschen hier an Bord waren: Ungewiss. Niemand kann genau sagen, wie viele Flüchtlinge im Mittelmeer sterben. Die UN-Migrationsorganisation IOM gibt für das Jahr 2021 bis Ende Oktober mehr als 800 Todesopfer im Mittelmeer an. Doch die Dunkelziffer ist hoch. Sehr hoch.

Perfektes Migrationswetter

Die Zahl derer, die es zu den Balearen schaffen, wird jedoch genau festgehalten: Auf Mallorca und den kleineren Nachbarinseln Ibiza und Formentera landeten seit Januar diesen Jahres 150 Boote mit mehr als 2100 Menschen. So viele wie noch nie. An nur einem Oktoberwochenende, also vor Kurzem, kamen binnen weniger Stunden 29 Boote mit insgesamt 350 Migranten an. Der Grund: „Perfektes Migrationswetter“, wie es beim Seenotdienst heisst.

3.000 Migranten bis Ende des Jahres

Die Lage ist in der Tat besorgniserregend. Mallorca könnte zum neuen Flüchtlingshotspot werden, geben auch die mallorquinischen Behörden zu. Die stark ansteigende Flüchtlingskurve spricht Bände: 2018 kamen 199 Migranten auf den Balearen an, 2019 waren es 507, 2020 waren es 1464 und bis Ende 2021 werden es ca. 3000 werden.

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Bis vor Kurzem gab es auf Mallorca kein Auffanglager im klassischen Sinne. Die Ankommenden Menschen mussten Tage und Wochen auf dem Parkplatz einer Polizeistation in Palma ausharren, bis über ihr Schicksal entschieden wurde. Ein absolut unwürdiges Vorgehen, so der Tenor von Hilfsorganisationen. Deswegen errichteten die Behörden nun am Stadtrand von Palma ein Flüchtlingslager, das vom Roten Kreuz betreut wird. Doch hier bleiben die Menschen nicht allzulang. Denn die Migranten werden per Fähre aufs Festland nach Spanien gebracht. Von da geht es dann weiter,..nach Deutschland, nach Schweden, nach Frankreich oder nach Belgien.

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